Zarenresidenzen in den Vororten

Prachtvolle Parkanlagen und Fontäne
Zarenpaläste, Kunstsammlungen
Peterhof. Tsarskoje Selo. Pawlowsk.
max. 30 km von
Sankt Petersburg
Anna Safronowa
Erlebnisse

  • Bernsteinzimmer im Katharinenpalast in Puschkin bewundern
  • mit dem Tragflügelboot über den Finnischen Meerbusen nach Peterhof fahren
  • in kaiserlichen Parks von Peter dem Großen, Katharina der Zweiten und Paul des Ersten spazieren gehen
Als kaiserliche Hauptstadt ist Sankt Petersburg von prachtvollen Sommerresidenzen der Zarenfamilie umgeben, die heute als Museen allen Besuchern offenstehen. Prachtvolle Paläste bewahren originale Innenausstattung mit Kunstgegenständen, und weitläufige Parks mit Springbrunnen, Pavillons und Skulpturkompositionen laden zu langen Spaziergängen an den malerischen Orten rund um die nördliche Hauptstadt ein.

Partnerstädte in Deutschland:
Peterhof – Bad Homburg, Puschkin – Neukölln, Zerbst

    Sankt-Petersburg begeistert die Reisenden mit Pracht der Paläste, Landgüter und Residenzen der Zaren. Beim Spaziergang durch das Stadtzentrum sieht man viele davon. Der berühmteste ist natürlich der Winterpalast am Schloßplatz. Während des Besuchs in der Eremitage besichtigt man festliche Räume, Tanzhallen, Speisesäle und private Boudoirs der Kaiserin. Aber Sankt Petersburg ist nicht nur für die Paläste innerhalb der Stadt berühmt. Bei Errichtung des "Fensters nach Europa" ließen sich die russischen Kaiser vom Vorbild der europäischen Architektur inspirieren und zogen die besten Architekten und Künstler an, um für sich und ihre Hofleute die Sommerpaläste zu errichten. So entstanden reizvolle Residenzen an malerischen Orten rund um Sankt Petersburg mit großen Parkanlagen, in denen die Gäste stundenlang spazieren gehen, Natur, frische Luft und Vogelgesang genießen und dann im Palast sich entspannen konnten.

    Dank der Lage außerhalb der Stadt wurde es möglich beeindruckende Ensembles zu schaffen, die die Paläste in der Stadt in Schönheit und Majestät übertreffen. Alle sind unterschiedlich und einzigartig, denn jeder Kaiser möchte seinen Palast prachtvoller und origineller als der vorherige bauen lassen. Peterhof, Zarskoje Selo und Pawlowsk sind Meisterwerke der Park- und Schlossarchitektur und wurden in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

    Tipp von Anna: die höchste Saison für den Besuch der Vororte von Sankt Petersburg ist Sommer. Die Gäste möchten Fontänen von Peterhof sehen, die von Mai bis Oktober geöffnet sind, in den Parks wandern, sich an den Teichen erholen und Eichhörnchen füttern. Wenn Sie jedoch entspannte Spaziergänge im verschneiten Park und ruhige Führungen durch Schlossinnenräume bevorzugen, kommen Sie im Winter, wenn es weniger Touristen gibt
    Ohne Besuch von mindestens einem Palastensemble wird Ihre Reise nach Sankt Petersburg unvollständig. Planen Sie dafür extra einen Tag. Die Anreise zu jedem Vorort ist sehr bequem und dauert nicht länger als eine Stunde, ob mit dem Auto, Vorortzug oder Tragflügelboot.

    Peterhof

    Die erste kaiserliche Sommerresidenz wurde von Peter dem Großen im Jahr 1705 angelegt, nur 2 Jahre später nach der Gründung von Sankt Petersburg. Inspiriert von Versailles von Louis XIV konzipierte er ein größeres und schöneres Palais.
    Der Bau dauerte bis 1723. Peter der Große nahm persönlich an der Projektausarbeitung teil, wovon seine Zeichnungen und Baupläne mit persönlichen Notizen zeugen. Das Paradies am Meer wurde zu einem grandiosen Denkmal für den Sieg des Russischen Reiches im Großen Nordischen Krieg und die Eroberung des Zugangs zur Ostsee.

    Auch heute ist die bequemste und die angenehmste Variante nach Peterhof zu kommen eine Tragflügelbootsfahrt entlang der Newa und des Finnischen Meerbusens. Die Boote legen vom Stadtzentrum direkt bei der Eremitage alle 15-20 Minuten ab. In nur einer halben Stunde der eindrucksvollen Wasserreise ist man an der Anlegestelle in Peterhof.

    Peterhof
    Vor allem kommen Millionen von Touristen jährlich hierher, um das weltweit berühmte Ensemble von 147 Springbrunnen zu bewundern. An einem heißen Sommertag herrscht hier ein wahres Paradies, und viele Gäste erfrischen sich nicht nur in der Nähe der Brunnen, sondern auch darin. Es gibt mehrere: riesengroße mehrstufige Fontänen aus Gold und Marmor, Fontänen in bewundernswerten Formen und berühmte Überraschungsfontänen, die nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen besonders beliebt sind.

    Peter hatte Scherze gern und machte Wasserspaß zu einer Besonderheit von Peterhof. Passen Sie auf! Der Springbrunnen „Wasserweg" begießt Sie plötzlich mit 300 Wasserstrahlen vom Kopf bis zu den Füßen. Der „Regenschirm" macht einen Wasservorhang, wenn Sie sich darunter ausruhen möchten. Die „kleine Eiche" wird sicherlich diejenigen erfrischen, die ihre Blätter untersuchen. Nun werde ich nicht alle Geheimnisse verraten, sonst wäre es keine Überraschung, oder? Nur ein kleiner Tipp – denken Sie bitte an wasserfeste Schuhe.

    Fontänen von Peterhof bilden eine komplizierte Einrichtung, die aus 96 Kilometer langen Kanälen, 16 Teichen und 135 verschiedenen Wasseranlagen besteht. Das Erstaunliche ist, dass dafür keine Pumpen verwendet werden, und alle Systeme so wie vor 200 Jahren manuell gesteuert werden. Man kann ihre Geheimnisse beim Besuch der Grotten kennenlernen, die unter der Großen Kaskade versteckt sind.

    Die Große Kaskade ist der Hauptbrunnen von Peterhof mit der berühmten goldenen Statue von Samson, der das Maul des Löwen zerreißt. Sie zieht sofort die Aufmerksamkeit sowohl derjenigen an, die von der Ostseeseite mit den Fragflügelbooten ankommen, als auch denen, die den gesamten Parkkomplex von oben anschauen.

    Tipp von Anna: zum ersten Mal wurde die Große Kaskade im August 1723 noch zu Lebzeiten Peters des Großen eröffnet. Heute werden Fontänen täglich um 11 Uhr feierlich eingeschaltet. Kommen Sie zu diesem Zeitpunkt in den Park, um zu sehen, wie die „schlafenden" Statuen erwachen und die ersten bis zu 20 m hohe Wasserstrahlen in den Himmel unter musikalischer Begleitung der Hymne von Sankt Petersburg spritzen
    Das Schicksal von Peterhof war auch dramatisch. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Palast besetzt und stark zerstört. Die Große Kaskade lag in Ruinen. Museumsmitarbeiter machten sich alle Mühe, um die Schätze zu bewahren: sie transportierten die Skulpturen ab, versteckten sie und gruben sie sogar in die Erde ein. Trotz aller Bemühungen konnte nicht alles aufbewahrt werden: 4 Statuen (darunter „Samson") wurden gestohlen und nach dem Krieg komplett neu geschaffen.

    In den Parks von Peterhof findet man kleine Schlösser, Pavillons und Gewächshäuser. Der Große Palast für Peter den Großen wurde zunächst eher bescheiden angelegt und erst später von der Kaiserin Elisabeth im prächtigen Barockstil umgebaut. Der Architekt war Francesco Bartolomeo Rastrelli, auch der Autor des Winterpalastes in Sankt Petersburg und des Katharinenpalastes in Zarskoje Selo.

    Peterhof Park. Reisen in Russland.
    Peterhof
    Im Palast führt der Weg durch luxuriöse Zarenräume. Gold, Porzellan, Marmor sieht man überall. Saale für Feste, Bälle, Thronzeremonien, Kunstgalerien und Privatgemächer der Kaiser versetzen die Besucher in die Zeit, als in diesen Hallen Paare im Walzer kreisten und Palastintrigen gesponnen wurden. Nach dem Rundgang muss man noch im oberen Park mit einem Teichkomplex vorbeischauen, um den Palast von der Vorderfassade aus zu betrachten, sich zu entspannen und wahrscheinlich eine Kleinigkeit zu essen.

    Bei sonnigem Wetter kann man einen ganzen Tag in Peterhof verbringen, am Ufer des Finnischen Meerbusens spazieren, den Geruch des Meeres und der Kiefern einatmen, im Park Eichhörnchen mit Nüssen füttern und den Regenbogen in Wasserstrahlen der Springbrunnen fangen. Es ist bequem, nach Sankt Petersburg wieder mit dem Tragflügelboot zurückzukehren.

    Puschkin (Zarskoje Selo)

    Puschkin und Pawlowsk liegen nur 5 km voneinander entfernt, daher ist es am bequemsten, beide Besuche in einem Tagesausflug zu kombinieren, mit dem Auto zu fahren und zwischendurch zu Mittag zu essen. Am frühen Morgen macht man sich auf den Weg in die kleine Stadt Puschkin. Bis 1918 hieß sie Zarskoje Selo (Zarendorf), aber nach der Revolution in Russland sollte es keine Andeutungen von Zaren mehr geben, so wurde sie nach dem berühmtesten russischen Dichter Alexander Puschkin umbenannt.

    Unser Ziel ist jedoch nicht die Stadt selbst, sondern die Residenz von Kaiserin Katharina der Großen. An dieser Stelle befand sich vorerst ein kleines schwedisches Gut, das jedoch nach der Vertreibung der Schweden von Peter dem Großen im Jahr 1710 in den Besitz der zukünftigen Kaiserin Katharina I übergeben wurde. In folgenden Jahren entstand das prächtige Bauensemble von Zarskoje Selo, das zweifellos das schickste unter allen Palästen in den Vororten von Sankt Petersburg ist. Katharinenpalast sowie berühmtes Bernsteinzimmer sind ebenso Must See-Orte während der Reise wie der Winterpalast und die Eremitage.

    Katharinenpalast in Puschkin bei Sankt-Petersburg
    Katharinenpalast
    Die Stadt nahe Zarskoje Selo entstand erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts und kontrastiert mit der Pracht von Palästen. Unterwegs auf den Stadtstraßen scheint es kaum möglich, dass die mit Gold glänzende Residenz um die Ecke auftauchen wird. Aber gerade so ist es. Wenn man zum Eingangstor kommt, sieht man von weitem sofort den gesamten Katharinenpalast auf einen Blick. Türkis-weiß mit Säulen und Gold erinnert er an den Winterpalast. Dies ist ja nicht überraschend, denn der Schöpfer ist derselbe - Francesco Bartolomeo Rastrelli, der russische Architekt italienischer Herkunft, Anhänger des üppigen Barockstils.

    Im Palast lebten drei russische Kaiserinnen: Katharina I, Elisabeth II und Katharina II die Große, mit der die Residenz traditionell verbunden wird. Jede Besitzerin baute den Palast um und veränderte seine Aussicht nach eigenem Geschmack. Aber eines blieb unverändert: viel Gold und Stuckverzierungen, sodass der Palast manchmal den Schlagsahnen ähnelt. Natürliche Mineralien, chinesisches Porzellan, florentinische Mosaiken, Marmor – echte Kunst sieht man im Inneren, nicht in einem Museum, und das ist sicherlich sehr beeindruckend. Ob es praktisch war, in so einer Ausstattung zu leben, ist aber eine gute Frage für einen modernen Menschen, der an Einfachheit und Bequemlichkeit gewöhnt ist. Durch unzählige pompöse Säle findet man das weltberühmte Bernsteinzimmer.

    Katharinenpalast in Puschkin bei Sankt-Petersburg
    Katharinenpalast in Puschkin bei Sankt-Petersburg
    Katharinenpalast in Puschkin bei Sankt-Petersburg
    Ihre Geschichte ist erstaunlich und eng mit Deutschland verbunden. Im 18. Jahrhundert wurde das Zimmer mit Panneaus, Tafeln und Verzierungen aus Bernstein von deutschen Handwerkern für den preußischen König Friedrich den Ersten geschaffen, dessen Sohn es später dem russischen Kaiser Peter dem Großen schenkte. Später wurde es beschlossen, das Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo zu platzieren, aber der gewählte Raum war zu groß und wurde diesbezüglich mit Spiegeln, Mosaikplatten aus Jasper und Achat sowie vergoldeten Holzschnitzereien ergänzt. Im Krieg während der Besatzung wurde das Zimmer von deutschen Truppen nach Königsberg (heute Kaliningrad) gebracht, wo seine Spuren verloren gehen. Über die Lage ist seither nichts bekannt. Von dem Schicksal des ursprünglichen Bernsteinzimmers gibt es eine Vielzahl faszinierender Versionen. Einige kleine Fragmente von Dekorationen wurden später entdeckt und nach Russland zurückgebracht, nun sind sie in der Eremitage zu sehen. Russische Restauratoren rekonstruierten das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast bei Unterstützung deutscher Kunstmäzen nach alten Plänen im Jahr 2003.

    Wunderschön ist der Landschaftspark beim Katharinenpalast. Die elegante Parkanlage mit Spiegelteichen, weißen Statuen, Galerien und Pavillons der Kaiserin. Hier möchte man auf den Kieswegen spazieren, sich auf einer Bank im Schatten entspannen, lokales Eis verkosten und einen Kaffee trinken.

    Park in Puschkin bei Sankt-Petersburg
    Zarskoje Selo
    Warum trägt die Stadt den Namen von Alexander Puschkin? Der zukünftige große Dichter lernte in Zarskoje Selo am Lyzeum für Adelige, an das er sich immer herzlich erinnerte und oft in den Werken beschrieb. Hier entdeckte er das Talent und schrieb die ersten Gedichte. Im Lyzeumgarten findet man jetzt das Denkmal für Puschkin. In der Sowjetzeit war das Lyzeum in Zarskoje Selo geschlossen und gehört nun zum Allrussischen Puschkin-Museum, das man besucht, um seine Geschichte zu erfahren und den Raum zu sehen, in dem der junge Alexander 6 Jahre lang gelebt hat.

    Pawlowsk

    Diese Residenz wurde von der Kaiserin Katharina der Großen ihrem Sohn Paul zur Geburt ihres Enkels geschenkt. Paul war kein Anhänger der üppigen Barock-Architektur, daher sieht sein Palast in Pawlowsk im Vergleich zum Katharinenpalast ziemlich bescheiden aus. Aber im Inneren gibt es viel Interessantes: im italienischen Saal findet man eine große Sammlung antiker Marmorskulpturen, in der Kunstgalerie - Gemälde italienischer und flämischer Künstler, und in anderen Sälen - luxuriöse Möbelstücke, Gegenstände aus Bronze und Porzellan.
    Palast in Pawlowsk bei Sankt-Petersburg
    Palast in Pawlowsk
    Ich empfehle Pawlowsk nach Puschkin zu besuchen, aber nicht umgekehrt. Nach der strahlenden Pracht des Katharinenpalastes werden Sie vom gemütlichen Pawlowsker Landschaftspark verzaubert. Er nimmt fast die Hälfte der Stadtfläche ein, ist eines der größten in Europa und passt wegen der hügeligen Landschaft und des durch das Gelände fließenden Flusses Slawjanka für lange nachdenkliche Spaziergänge in den Alleen ohne viele Touristen (Pawlowsk ist nicht so populär wie Puschkin und Peterhof). Das ist ein perfekter Ort, um einen erlebnisreichen Tag in Ruhe ausklingen zu lassen. Wie malerisch ist es hier im Herbst! Rausch von Herbstfarben harmoniert perfekt mit eleganten weißen Pavillons, Statuen antiker Göttinnen und Musen.
    Tipp von Anna: kommen Sie nach Pawlowsk auch im Winter. Im fast leeren, schneebedeckten Park nur 25 km von Sankt Petersburg entfernt können Sie in den Pferdeschlitten fahren und den echten russischen Winter genießen
    Pawlowsk
    Geschichte und Architektur von Sank-Petersburg sind eng mit den Schicksalen der russischen Kaiser verbunden. Die Orte, in denen sie lebten, Gäste empfingen und Kunstsammlungen anlegten, können am meisten über sie erzählen. In prunkvollen Räumen und Alleen der Parkensembles herrscht die Atmosphäre von Reiz und Feierlichkeit, für die Sankt Petersburg berühmt ist. Wählen Sie eine Zarenresidenz oder besuchen Sie alle. Kommen Sie im Sommer, um Fontänen von Peterhof zu sehen, bewundern Sie die Parks von Puschkin im Herbst, erkunden Sie verschneite Pfade von Pawlowsk im Winter und lernen Sie die Museumsausstellungen und Innenräume der Paläste zu jeder Jahreszeit kennen
    Vororte von Sankt Petersburg
    • EMPFOHLENE REISEDAUER: Tagesausflug
    • EMPFOHLENE REISESAISON: Mai - September

    • ANREISE:
    Peterhof: 40 Minuten mit dem Tragflügelboot oder Auto
    Puschkin: 30 Minuten mit dem Auto oder Vorortzug
    Pawlowsk: 40 Minuten mit dem Auto oder Vorortzug aus Sankt Petersburg oder 10 Minuten mit dem Auto aus Puschkin
    Mehr Berichte über Reisen in Sankt Petersburg
    Highlights